Tote Wale haben einst Eisbären vor dem Klimawandel gerettet, aber diesmal nicht

Weniger Meereis und weniger Wale bedeuten einen düsteren Ausblick.

Eisbären brauchen Eis, weil Eis sie zu Robben führt, und Robben sind ihre Favoriten. Aber ab 2040 wird die sich erwärmende Arktis jedes Jahr für längere Zeit eisfrei sein, und Eisbären müssen alternative Nahrungsquellen aufsuchen, um zu überleben. Eine neue Studie, die in veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass sie sich nicht auf eine Nahrungsquelle verlassen können, die ihnen in der Vergangenheit möglicherweise geholfen hat, über die Runden zu kommen.

Eisbären gibt es schon lange genug, um andere Klimaschwankungen zu beobachten. In wärmeren interglazialen Perioden, von denen die letzte vor etwa 115.000 Jahren stattfand, war der Eispegel gesunken. Forscher vermuten, dass sich Robbenhungrige Bären in Strandwalkadaver verwandelten. Denn auch gut gefütterte Eisbären ernähren sich heute von denen, die mit wenig bis gar keinem Aufwand eine Tonne Fett und Nahrung für die Bären bereithalten. Ein einzelner Bugkopfwal-Kadaver entspricht 1.300 Ringelrobben, kann von mehr als 180 Eisbären gleichzeitig geteilt werden und kann mehrere Jahre lang essbar bleiben.

Einige Eisbären können sich vorerst noch auf diese Kontingenz verlassen. Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Kristin Laidre vom Polar Science Center der Universität Washington stellte fest, dass jedes Jahr genug Wale aus der russischen Tschuktschensee gespült werden, um bis zu 1.000 Eisbären im Frühling und Sommer zu ernähren, wenn Eis und Zugang zu Robben herrschen knapp.

Aber das sind die Glücklichen. Laidre weist darauf hin, dass einige Eisbären in Orten wie Grönland leben, in denen zunächst nicht viele Walkadaver leben. Und im Allgemeinen gibt es dank uns viel weniger Wale im Meer als beim letzten Mal. Als das Meereis schwindet, sagt Laidre, dass das typische Frühlings-Sommer-Fasten der Bären zwischen zwei und drei Monaten zu einer unerträglichen Tortur von vier Monaten oder mehr werden könnte, bei der für viele ein Walkadaver in Sicht ist. Diese und andere Umweltfaktoren deuten darauf hin, dass die globale Eisbärenpopulation in den nächsten drei Generationen um 30 Prozent zurückgegangen ist.

Die neue Studie folgt zufällig dem bedrohlichen Bericht der Vereinten Nationen über den Klimawandel, in dem davor gewarnt wird, dass sich der Globus bis 2040 katastrophal erwärmen könnte.