In der Bronzezeit arbeiteten die Menschen an Getreide, das niemand aß

Sie benutzten wahrscheinlich die Cheerio-ähnlichen Ringe in Ritualen, nicht in der Küche.

Vor einundvierzig Jahren haben Archäologen in Österreich drei verkohlte, fragmentierte ringförmige Objekte ohne klaren Zweck und Ursprung entdeckt. Letzte Woche kündigten Forscher an, dass diese mysteriösen Ringe ein technisch uraltes Frühstücksflocken seien. Passenderweise haben sie eine unheimliche Ähnlichkeit mit Cheerios. Diese Ergebnisse, die unter dem witzigen Titel „Der Schatz der Ringe“ veröffentlicht wurden, werfen ein Licht darauf, wie Kulturen in der Spätbronzezeit Getreide herstellten und verarbeiteten.

Die Archäologen gruben 1978 erstmals das vorgeschichtliche Getreide aus einer österreichischen Fundstätte namens Stillfried an der March aus, wobei sie die Ringe in einer der Lagergruben ausgruben, die die Fundstätte von Stillfried beflecken. Nachdem die Objekte mit Radiokohlenstoffdatierung und Rasterelektronenmikroskopie untersucht worden waren, stellten die Forscher fest, dass sie aus einem feinen Teig aus geschälter Gerste und Weizen hergestellt wurden. Trotz fehlender Konservierungsmittel hat das Getreide nach seiner Bestattung im Jahr 900 bis 1000 v. Chr. Der Studie zufolge überraschend gut überlebt. Aber obwohl sie immer noch appetitlich aussehen, können Sie sie wahrscheinlich nicht essen.

Die Forscher vermuten, dass Urmenschen das Getreide aus einer feuchten Teigmischung zu kleinen Ringen geformt und diese dann ohne Backen getrocknet haben. Die mühsame und zeitaufwändige Arbeit, die in diesen Prozess investiert wurde, legt nahe, dass das Getreide laut der Studie möglicherweise nicht zum Verzehr bestimmt ist. Obwohl die Forscher nicht genau sagen können, wofür die Ringe verwendet wurden, haben sie eine Hypothese. Das Getreide wurde neben einem Haufen anderer ringförmiger Lehmwebmaschinen ausgegraben - ein Werkzeug für das alte Weben -, was möglicherweise darauf hindeutet, dass sie als Imitationen der Webmaschinengewichte hergestellt wurden. In Siedlungen der Spätbronzezeit wurden häufig Webgewichte als Grabbeigaben verwendet. Diese Gegenstände wurden mit Toten beigesetzt, um den Durchgang über das Grab hinaus zu erleichtern. Mit anderen Worten, eine glückliche prähistorische Person könnte mit einer leckeren, rituell wichtigen Tüte Müsli ins Jenseits eingetreten sein.

Stillfried an der March, der auf einem markanten Hügel zwischen dem österreichischen Weinviertel und dem Ufer der Morava liegt, war in der Spätbronzezeit ein wichtiger Handelsposten. Es diente auch als wichtiger Getreidespeicher mit rund 100 großen Getreidespeichergruben, die Archäologen in den 1970er und 1980er Jahren ausgegraben haben. Wenn Sie sich also um 1000 v. Chr. Nach Getreide sehnten, war Stillfried an der March vielleicht Ihre beste Wahl. Es ist jedoch erwähnenswert, dass bestimmte Gruben dementsprechend kein Getreide enthielten. Eine ganz bemerkenswerte Grube enthielt sieben Tote - nicht ganz so lecker wie prähistorische Cheerios.