Gefunden: Ein schicker Babyschuh aus dem 14. Jahrhundert

Archäologen in der Schweiz entdeckten ein Fragment eines sehr kleinen Schuhs.

Irgendwann im 14. Jahrhundert lebte in Saint-Ursanne in der Schweiz ein sehr schickes Baby. Niemand kennt den Namen des Babys, aber wir wissen, dass das Kind wegen seiner winzigen, schönen Schuhe ausgefallen ist: aufwendig verzierte Lederstiefeletten mit Knöpfen und Verschlüssen. Englisch: www.germnews.de/archive/dn/1996/03/22.html Archäologen haben bei einer laufenden Ausgrabung einer Altstadt im Schweizer Kanton Jura Fragmente dieses gut erhaltenen und aufrichtig bezaubernden Artefakts entdeckt, wie es in einer Begebenheit in der Zeitschrift "Die Geschichte der Stadt Zürich" heißt

Nachdem er die letzten sieben Jahrhunderte im Grundwasser einer großen, nassen Senke des Doubs verbracht hatte, tauchte der Babyschuh unter dem Kopfsteinpflaster im östlichen Teil der Altstadt von Jura auf. Archäologen brachten die Stiefel nach Angaben des Kulturamts Jura schnell zu Marquita und Serge Volken, die als Schuhspezialisten im Schuhmuseum Lausanne tätig sind. Die Volkens identifizierten den Schuh als einen besonders seltenen Fund und reihten sich in die Reihen von nur fünf anderen bekannten Schuhen mit ähnlichem Design ein, die zuvor in Europa ausgegraben wurden.

Die Volkens glauben, dass der Schuh wahrscheinlich einem einjährigen Kind gehörte. Das Fragment misst etwa 20 x 20 cm, mit einem Oberteil aus Ziegenleder und einer Sohle aus Rindsleder. Aber die vielleicht beeindruckendste Facette des Stiefels ist seine Dekoration. Die Zehenpartie des Stiefels zeigt ein fein geätztes Blumenmuster mit Blättern, die aus der Zunge herausragen, während die Ferse eine geometrische Anordnung von Quadraten aufweist. Anscheinend waren Machtkämpfe im Jura des 14. Jahrhunderts in Mode.

Heute ist der Jura ein bemerkenswert mittelalterlicher Ort, dessen romanische Architektur im ganzen Kanton erhalten geblieben ist. In der Stadt Saint-Ursanne findet jedes zweite Jahr im Juli ein Mittelalterfest statt, bei dem die Menschen historische Kleidung anziehen und an Aktivitäten aus dieser Zeit wie dem Schmieden und dem Bau von Katapulten teilnehmen. Und der Kanton Jura hat einen einzigartigen Anspruch auf prähistorischen Ruhm, denn sein umliegendes Gebirge stammt aus der Zeit der Sauropoden und gibt damit der Jurazeit seinen Namen.

Organisches Material wie Leder und Holz kann mit Staunässe, dem anaeroben Prozess, der auftritt, wenn ein Artefakt ohne Luftzutritt in Grundwasser getaucht wird, gut konserviert werden, so ein Bericht von Historic England. Durch Staunässe, wie sie am häufigsten in Mooren vorkommt, können unheimlich perfekte Konservierungen entstehen. Stellen Sie sich die gerunzelte Stirn des Tollundmanns aus dem vierten Jahrhundert vor Christus oder den anhaltenden Duft von Molkereiprodukten aus jahrhundertealter Moorbutter vor. Obwohl es perfekt für topografische Details wie Blattschnitzereien oder Lachfalten geeignet ist, kann durch Staunässe nicht die Farbe des Artefakts erhalten werden, das sie eingegraben haben, wodurch die ursprünglichen Farben dieses jetzt braunen Schuhs verdeckt werden. In der Zwischenzeit werden die Ausgrabungen im Jura fortgesetzt, und es bleibt die Hoffnung, dass dieser einsame Bootie wieder mit seinem Gefährten vereint wird.